Wer ist Khadi?

Hallo!

Ich bin Khadijatou, kurz Khadi.

Nein, das ist nicht der Name den mir meine Eltern vor 26 Jahren gegeben haben, aber es ist trotzdem mein Name, irgendwie. Er gefällt mir seit vielen Jahren sehr und da ich hier – vorerst !? – lieber semi-anonym schreiben möchte, erschien es mir passend.

Zur weiteren Vorstellung… wie geht man da am besten vor? Ich versuche es mal bruchstückartig mit Fragen an mich selbst. Ungeordnet. Ein bisschen wie eine Khadi Mauer bestehend aus vielen kleinen Steinchen. Ja, das gefällt mir.

Born and raised in …?

Geboren wurde ich – wie bereits erwähnt vor 26 Jahren – im netten Städchen Berlin. Obgleich ich über mehrere Jahre nicht in Berlin gelebt habe, war es doch immer irgendwie meine Heimat und ich bin so schnell ich konnte wieder zurück gegangen.

Und zwischendurch?

Bin ich zur Schule gegangen, war ein Schuljahr im Ausland, habe Geige gespielt und Klavier, hatte eine Reitbeteiligung (bzw meine Eltern), habe geheiratet und mein Abitur gemacht. Ganz normal also.

Und dann?

Habe ich studiert, bin schwanger geworden, habe mich scheiden lassen, bin extra für die Geburt meines Sohnes nach Berlin gefahren (ja, wirklich!), bin als der Sohn 4 Monate alt war in eine WG nach Berlin gezogen und habe weiter studiert. Habe meinen Mann (also den, von dem ich nicht geschieden bin 😉 ) kennen gelernt, bin aus der WG aus- und mit ihm in eine gemeinsame Wohnung eingezogen und habe eine Tochter bekommen.

Oooooh, du hast Kinder? Boa, du bist voll erwachsen und so und hast alles unter Kontrolle!

Hahahahahaha… ja.

Und worum geht’s hier eigentlich?

Wenn ich das wüsste… im Grunde steht es da oben: Khadis Gedanken.

Ich möchte über all die Dinge schreiben, die mich beschäftigen.

Das kann so etwas sein wie, dass die Tochter seit kurzem keine Windel mehr will und braucht (yay!), also Kinder- und Familienthemen. Oder aber, dass es in der S Bahn Berlin jetzt eine „Bürgerwehr“ geben soll und wie ich das finde (beschissen! weil meine Kinder für diese Vollintelligenzler leider die „falsche“ Hautfarbe haben und ich diese Tendenzen in Deutschland derzeit sehr beunruhigt betrachte), also politische oder tagesaktuelle Themen. Oder selbstverständlich auch so Dinge wie interkulturelle Beziehung, Beziehung im Allgemeinen, Essen, Urlaub, meine Arbeit, Anekdoten usw. Eben das, woran Khadi so denkt.

Dann erzähl doch mal, wichtige Personen in deinem Leben:

Eines vorweg, Namen werde ich entweder abkürzen oder ich werde Spitznamen vergeben, die vorwiegend an die Aussprache eines meiner Kinder angelehnt sind oder dieser entsprechen. Sonst kann ich mir das ja alles selbst nicht mehr merken vor lauter Verschlüsselung!

Gut, also. Zunächst mal gibt es da natürlich meine Eltern. Und ich habe eine ganz, ganz wundervolle kleine Schwester, die inzwischen bald 23 und gar nicht mehr so klein ist. Ihr Name ist Ziza. Ziza wohnt in einer WG, liebt Tiere und die Welt und ist total nachhaltig und hübsch und die beste Tante, die ich mir für meine Kinder wünschen kann. Und die beste Schwester für mich. Habe ich schon gesagt, die beste Schwester? Also das ist Ziza.

Und dann gibt es da „Mann eins“. Sein Name ist G. Ursprünglich stammt er aus einem Land an der Westküste Afrikas, inzwischen ist er Deutscher. Wir haben uns kennen gelernt, als ich in der 11. Klasse war und er studierte. Es war Liebe, ohne Frage, aber es hat nicht geklappt. Wir hatten holprige Zeiten, oh man, hatten wir holprige Zeiten, insbesondere nach der Geburt unseres Sohnes. Damit könnte ich ganze Bücher füllen. Vielleicht schreibe ich nochmal darüber. Vielleicht auch nicht. Vergangenheit soll man manchmal auch einfach Vergangenheit sein lassen. Inzwischen jedenfalls läuft es sehr gut, so mit uns beiden. Wir sind gute Eltern, zusammen jeder für sich allein, für unseren Sohn. Und das ist das allerwichtigste.

Dann kam der Sohn. Mein wundervoller Erstgeborener. Mein erster Baby, für immer. Haddi. Haddi wurde im Frühjahr 2013 geboren und ist somit 5 1/2 Jahre alt. Er ist groß, stark und unglaublich liebevoll. Ein bisschen wie ein Leonberger. Als ich ein Kind war, hatten wir einen Leonberger. Der war bestimmt 80 Kilo schwer, dachte aber, er sei ein kleiner Schoßhund und fraß sehr, sehr vorsichtig Weintrauben aus der Hand. Niemals hätte er jemanden verletzt, niemals, und er wollte von uns beschützt werden. Ein bisschen so ist Haddi. Einfühlsam, hinreißend mit kleinen Kindern – nicht zuletzt seiner Schwester -, immer bemüht allen zu gefallen und nichts falsch zu machen. Natürlich ist er auch 5 und mag Drachen und Ninja Turtles und allerlei Dinge, die mich herzlich wenig interessieren. Aber verratet ihm das bitte nicht!

Und dann kam M. Nein, M steht nicht für Mohammed, obwohl das natürlich hervorragend zu meinem selbstgewählten Namen passen würde. M und ich haben uns kennen gelernt, als Haddi 1 Jahr alt war. Tatsächlich hat Haddi auch zuerst zu ihm Papa gesagt und erst über ein Jahr später zu seinem leiblichen Vater. Aber das gehört in das oben erwähnte Buch, das ich nicht schreiben werde. Für M war Haddi immer auch sein Kind und er ist es noch. Haddi war es auch, der zuerst Vertrauen in M gefasst hatte. Der mich dazu bewog zu denken (und zu sagen) „gut, das könnte passen“. Denn selbstverständlich stürzt man sich nicht einfach so mir nichts dir nichts in eine Beziehung, wenn ein Kind involviert ist. Auch M stammt von der Westküste Afrikas, etwas nördlicher allerdings. Ansonsten hat er aber nicht wirklich etwas gemeinsam mit G. Auch mit M und mir lief es nicht immer rund. Genau genommen lief es phasenweise sehr, sehr unrund. Sehr, sehr. Und dennoch, irgendwie wiegt der Spruch „in guten wie in schlechten Zeiten“ dann doch etwas, ganz besonders wenn es Kinder gibt. Und dann ist da eben auch noch die Liebe. Momentan läuft es gut. Ja, ich würde behaupten, es läuft gut mit uns. Wir wohnen nicht mehr zusammen, sind gewissenmaßen glücklich räumlich getrennt, und was das gefühlsmäßig getrennte angeht – wie einfach ist das schon, wenn man wortwörtlich um die Ecke wohnt und ein Kind zusammen hat? Belassen wir es daher bei „wir haben eigene Wohnungen und das ist auch gut so“.

Nun kommen wir zur letzten Hauptperson: Attu. Attu ist „fünf Jahre alt“, nach eigener Aussage. Eigentlich ist sie 2 1/2. Sie ist ein sehr selbstbewusster kleiner Mensch, ein Clown und eine Artistin. Ich habe noch nie ein so breites Grinsen in einem derart kleinen Gesicht gesehen, wie sie zu Stande bringt. Attu redet und redet ohne Unterlass (ganz die Mama, schätze ich) und ist eine rührende kleine Puppenmama für ihr Baby. Andererseits kann sie auch ordentlich schimpfen und austeilen, besonders wenn sie glaubt, dass jemand ihrem geliebten Bruder etwas getan hat. Wenn du Haddi ärgerst, dann Gnade dir Gott, solltest du nicht in Attus Nähe sein! Attu liebt es zu schaukeln und möchte keine Schuhe und schon gar keine Socken tragen. Ich freue mich auf den Winter!

 

Soviel zunächst von mir, to be continued.

Khadi